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Werbung für Organspende: Europameisterschaften in Würzburg PDF 
Carsten Winkel - nierentransplantiert, Nehar Nurlu - lebertransplantiert, Stefan Endrich - als Dialysepatient seit 7 Jahren auf eine neue Spenderniere wartend, Jens Rikus, vor 4 Jahren durch ein neues Herz vor dem Tod gerettet sowie zahlreiche weitere Teilnehmer werden bei den fünften Europameisterschaften für Transplantierte und Dialysepatienten vom 31. August bis zum 7. September 2008 in Würzburg mit dabei sein.
Erstmalig werden diese Meisterschaften, zu der der etwa 500 Teilnehmer aus mehr als 20 europäischen Ländern erwartet werden, in Deutschland ausgetragen.

Sie werden in der Leichtathletik, im Schwimmen, Tischtennis, Tennis, Badminton, Golf, Dart, Bowling und Radrennen ihren jeweiligen Europameister ermitteln und dadurch vor allem auch demonstrieren, dass mit Hilfe von Organspende und Transplantation wieder ein hohes Maß an Leistungsfähigkeit und Lebensqualität erreicht werden kann.

Die Vorbereitungen für diese Veranstaltung sind schon seit einigen Monaten im Gange; TransDia e.V. als ausrichtender Verein wird dabei maßgeblich von Würzburger Sportvereinen und von Studenten der Fachhochschule Schweinfurt-Würzburg unterstützt.
Zusammen wollen Sie allen Teilnehmern ein Woche lang eine Plattform bieten für sportlichen Wettbewerb, gegenseitigen Informationsaustausch und zum Kennenlernen von Land und Leuten. Parallel zu den Wettbewerben wird daher ausreichend Gelegenheit geboten, die Stadt am Main sowie die nähere Umgebung kennen zu lernen.

Die Eröffnungsveranstaltung mitten in Würzburg am Sonntag, den 31. August soll dabei auch ein Ausrufezeichen setzen und auf das Thema Organspende aufmerksam machen. Zwar konnten im vergangenen Jahr etwa 4.800 Menschen transplantiert werden, allerdings rangiert Deutschland im europäischen Vergleich lediglich im hinteren Drittel. Dass derzeit täglich drei Menschen in Deutschland an akutem „Organspende-Versagen“ sterben, bezeichnen die Organisatoren als Skandal, der als solcher von der Öffentlichkeit viel zu wenig wahrgenommen und von den Akteuren im Gesundheitswesen nicht konsequent genug angegangen werde.

Vor diesem Hintergrund verfolgt TransDia e.V. daher vor allem auch das Ziel, die Öffentlichkeit über das komplexe Thema der Organspende zu informieren und zu sensibilisieren. Denn jeder kann schließlich selbst in die Situation kommen, auf ein Organ angewiesen zu sein; die Wahrscheinlichkeit, selbst einmal ein Organ zu benötigen ist sogar dreimal so hoch, wie die Wahrscheinlichkeit, selbst zum Organspender zu werden.
„Die intensivere Auseinandersetzung mit der Thematik kann letztlich dazu beitragen, die Organknappheit weiter einzudämmen und hoffentlich irgendwann einmal ganz zu überwinden“, so die bayerische Staatsministerin Christa Stewens, die die Schirmherrschaft für die Europameisterschaften übernommen hat. Erforderlich hierfür sei vor allem auch ein entsprechender gesellschaftlicher Einstellungswandel zum Thema Organspende in Deutschland.

Hierzu will auch die 70jährige Anne-Marie Kumpe aus Badingen beitragen, die schon einige Medaillen bei internationalen Sportveranstaltungen gewinnen konnte. Seit nunmehr 26 Jahren ist sie nierentransplantiert und hat schon mehrfach eindrucksvoll beweisen, zu welchen sportlichen Leistungen sowohl dialysepflichtige wie auch transplantierte Menschen in der Lage sind. Sie wird in diesem Jahr wieder beim Schwimmen, Laufen und Kugelstoßen dabei sein.

Ansprechpartner:

Peik Bremer
Fon. 0931-46087097
Mobil. 0172-8203721

Wolfgang Ludwig
Fon. 0251-867589
Mobil. 0171-4325833

Peter Kreilkamp
Fon. 08152-980383
Mobil. 0171-2879925

 

Hintergrundinformationen

Mit der Europameisterschaft und weiteren Aktionen will TransDia die Öffentlichkeit zum Thema Organspende informieren und so dazu beitragen, die Zahl der Transplantationen in Deutschland zu erhöhen. Der Vergleich mit anderen Ländern zeigt nur zu deutlich, dass hierzulande noch erheblicher Verbesserungsbedarf besteht.

Die durchschnittliche Wartezeit auf eine Niere beträgt in Deutschland ca. 5-7 Jahre, mit steigender Tendenz. Zum Vergleich: In Österreich erhält ein Nierenpatient nach etwa zwei Jahren in Spanien sogar nach nicht einmal einem Jahr eine Spenderniere.
Was sind die wesentlichen Gründe für den akuten Organmangel?

Jährlich sterben in Deutschland rund 400.000 Menschen in Krankenhäusern. Davon kommen etwa 4.000 für eine Transplantation in Frage. Allerdings werden nur etwa 1.700 von ihnen zur Organspende gemeldet, weil sich -trotz Meldepflicht- nicht einmal die Hälfte aller Krankenhäuser mit Intensivstationen an der Gemeinschaftsaufgabe Organspende beteiligen.

Ein weiterer Grund: Wenn von den verstorbenen Patienten zu Lebzeiten keine Zustimmung für eine Organ-Entnahme vorliegt, und das ist zu 89 Prozent der Fall, müssen die nächsten Angehörigen entscheiden. Und die können sich meist nicht zu einer Organentnahme durchringen: nur etwa die Hälfte stimmt zu, dass ihren Angehörigen nach dem Tod ein Organ entnommen wird. In dieser Situation hilft der Organspendeausweis, Leben zu retten, zumal etwa 88 % der Bevölkerung der Organspende positiv gegenüber steht, allerdings nur etwa 12 % einen entsprechenden Ausweis haben.

Weitere Informationen zu den Aktivitäten von TransDia e.V.:


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